Görls Report
Cowboy berichtet von seinem Land
Eine Teilnehmerin berichtet über das bilinguale USA-Seminar der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung
"There are always three Cowboys in a typical western-movie: The good, the bad, the ugly." Mit diesen Worten begann Andrew Denison einen seiner Vorträge bei dem zweitägigem Seminar in Fulda zum Thema "Warum die USA so anders sind - oder ´Why can´t Americans be more like Europeans?´".
In der Jugendherberge Fulda trafen sich im November 2009 20 Jungredakteurinnen und Jungredakteure hessischer Schülerzeitungen und amerikainteressierte Schülerinnen und Schüler zu einem zweitägigen bilingualen Seminar. Dieses Seminar wird jedes Jahr von der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung in Zusammenarbeit mit der Jugendpresse Hessen und dem US-Konsulat Frankfurt angeboten.
Es wurde Vorträgen von dem aus Wyoming stammenden US-Publizisten und Politologen Andrew Denison und dem New Yorker Autor Dr. Steven Bloom zugehört, diskutiert und Wissen ausgetauscht. Während des Wochenendes hatten alle Teilnehmenden die Möglichkeit, persönlich Kontakt mit den beiden US-Amerikanern aufzunehmen oder in der großen Runde ihre Meinung zu formulieren - auf Englisch versteht sich.
Besonders spannend war es, den persönlichen Meinungen der beiden US-Staatsbürger über die Deutschen, die laut Bloom pünktlich und gedankenlos folgsam seien, zuzuhören. Auch Denison konnte klare Aussagen über den Stereotyp der Deutschen machen, da er selbst mit einer deutschen Frau verheiratet ist.
Doch selbst die beiden überzeugten US-Amerikaner konnten mit einem kleinen Schmunzeln über ihr Land reden. Wie die Deutschen die USA sehen sei ihnen klar, der Stereotyp werde durch Hollywood und die Medien noch weiter bestärkt. Jedoch seien manche Vorurteile berechtigt. "Von einer eigenen Kultur kann in den USA nicht die Rede sein", so Bloom, "man kann die USA nicht als ein Land mit einer Kultur bezeichnen. Es gibt den Norden, den Süden, den Osten, den Westen. Und alles mit unterschiedlichem Essen und einer anderen Kultur"
Kritischer betrachtete Denison das Thema am zweiten Tag des Seminars.
"I love my country but I hate my government" war Thema seines Vortrags und traf damit den Nagel auf den Kopf. Might as right - Macht als Recht, so beschrieb der Cowboygürtelträger die Außenpolitik in den USA.
Auch hier hatte jeder die Möglichkeit, in die Diskussion mit einzusteigen. Der US-amerikanische Journalist provozierte, trotzdem stellte er eine sehr differenzierte Meinung über die Politik und die Einstellungen seines Heimatlandes dar.
Als krönenden Abschluss hatten alle die Möglichkeit, einen Artikel über eines der angesprochenen Themen zu schreiben. Workshopartig wurden Gruppen gegründet, mit den Spezialisten geredet und Interviews geführt. Hier stand Nele Balser als Vertretung der Jugendpresse Hessen hilfreich zur Seite, indem sie die Teilnehmenden bei der journalistischen Umsetzung der Themen unterstützte.
Nach dem gelungenen Seminar ging ich dann nicht nur mit einem mit Informationen gefüllten Ordner nach Hause, sondern auch mit dem Wissen "The United States are full of differences - und das ist gut so!".
Louise Wachsmuth
Die Autorin ist 18 Jahre alt und Schülerin des Georg Christoph Lichtenberg-Gymnasiums in Kassel. Sie arbeitet als Chefredakteurin der dortigen Schülerzeitung "Georg".










